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Crowdsourcing – die Masse für sich arbeiten lassen

3. Juli 2012 | von Oliver Gassmann

Crowdsourcing ist ein junges Phänomen, das auch für Innovation zunehmend an Bedeutung gewinnt. Wurden traditionell einzelne Experten zur Lösung von Problemen herangezogen, stellen heute Unternehmen ihre Probleme vermehrt ins Internet und lassen sie dort von tüchtigen Freiwilligen lösen.
Wer Fragestellungen von einer Masse Freiwilliger lösen lässt, kann technische Lösungen für ein Problem finden, Werbung in eigener Sache machen, Innovationsfreude signalisieren, intern verworfene Ideen wiederbeleben, Wünsche erkennen, neue Marktimpulse bekommen und so die eigene Betriebsblindheit überwinden.
In der Regel stellen Unternehmen ihre Frage auf eine bereits bestehende Plattform wie innocentive.com, brainfloor.com, designboom.com oder atizo.com, auf der auch andere ihre Probleme lösen lassen. Seltener stellen sie eine eigenen Plattform auf die Beine, wie es beispielsweise BMW mit seiner Virtual Innovation Agency (VIA) oder Tchibo mit Tchibo ideas vorgemacht haben.
Ein Crowdsourcing-Projekt lässt sich in fünf Phasen gliedern. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man sich früh mit dem Gedanken der Verwertung beschäftigen muss. Nur wer weiss, wie die gesammelten Ideen auch tatsächlich umgesetzt werden können, kann am Ende auch einen Nutzen aus dem Projekt ziehen. Ausserdem gilt: Nur wer genaue Fragen stellt, kann auch mit hilfreichen Antworten rechnen.
Neben den Vorteilen von Crowdsourcing sind auch Risiken bekannt. Beispielsweise die Gesamtkosten, die bis zur Umsetzung einer Idee deutlich höher liegen als die Kosten, die das Crowdsourcing selbst verursacht. Weitere Risiken sind zu tiefe Entschädigungen der Teilnehmenden, daraus folgend mangelnde Motivation oder rechtliche Probleme, wem die Lösung gehört.
Crowdsourcing wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Im Rahmen vernetzter Innovationsprozesse wird es für mehr und mehr Firmen zu einer interessanten Alternative. Daher sollte man sich mit dem Thema auseinandersetzen. Für viele Unternehmen ist Crowdsourcing Neuland. Daher sollten im ersten Schritt Informationen gesammelt werden: Ist die Konkurrenz aktiv? Welcher Art sind die Probleme, die dort gelöst werden? Welche Plattformen gibt es? Was ist ihr jeweiliger Schwerpunkt? Bevor man sein Unternehmen kopfüber in ein Crowdsourcing-Projekt führt, sollte man sich Zeit nehmen und selber als Problemlöser aktiv werden. Dies trägt viel zum Verständnis der Methode bei und ist weder mit Kosten noch mit Risiken verbunden.

Anmerkung der Redaktion
Crowdsourcing ist ein Ansatz, den Oliver Gassmann in seinem diesen Frühling erschienenen Buch „33 Erfolgsprinzipien der Innovation“ beschreibt.
Vertiefte Informationen zum Thema sind zu finden in „Crowdsourcing, Innovationsmanagement mit Schwarmintelligenz“ vom gleichen Autor.