Welcome to Delicate template
Header
Just another WordPress site
Header
Just another WordPress site
Header

Kreative Teams: Brainstorming – ist das alles?

31. Januar 2013 | von Ina Goller

Co-Autorin Carmen Kobe
Produkte und Dienstleistungen werden, ja die Welt insgesamt wird immer komplexer. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass dies immer wieder beschworen wird. Kaum einer kann von sich selber behaupten, dass er oder sie über all das Wissen und die Erfahrung verfügt, auf denen neue Produkte und Dienstleistungen basieren. Teams, die Bündelung von Erfahrungen, die Ausschöpfung unterschiedlicher Talente, das Potential vieler Ideen an einem Ort, werden nach einer kurzen Blüte wieder als wenig hilfreich bezeichnet.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts publizierte Osborn eine Anleitung, wie Teams sich gegenseitig mit ihren Ideen befruchten können anstatt sich zu blockieren: Brainstorming. Wer schon einmal eine schlechte Brainstorming-Session erlebt hat, kann danach meist mit der Kombination Team und Kreativität wenig anfangen. Andere wiederum schwören auf Teamsettings im Rahmen von Produkt- und Dienstleistungsentwicklung und immer wieder gibt es schon fast euphorische Berichte über kreative Erfolgsgeschichten, die nur mit Teams möglich waren. John Lesseter (CEO von Pixar) schreibt in seiner Anleitung für Kreative: „It’s the team, stupid!“
Wie sind diese Unterschiede erklärbar? Im Rahmen von Forschungsarbeiten (u.a. Goller, 2011) konnten wir zeigen, dass die sogenannten Soft Skills den grossen Gegensatz in der Debatte auch um Brainstorming erklären können. Eine Liste von Soft-Skills, die neben dem fachlichen Wissen und Erfahrung zur Kreativität von Teams beitragen:
1. Persönliche Kompetenzen: u.a. Offenheit und Einbringen von Expertise und Motivation
2. Soziale Kompetenzen im Team: u.a. Konstruktives Streiten und Feedback
3. Methodische Kompetenzen: z.B. Problemlösefähigkeit (in Teamsettings)

Gut moderiert und angewendet kann Brainstorming auch zu den ersten beiden Ebenen beitragen. Der Rahmen für die Entfaltung der Kompetenzen der Teammitglieder wird durch die Methode gegeben. Alle Team-Mitglieder sind aufgefordert, ihre Expertise und Motivation zu nutzen und mit grösstmöglicher Offenheit eine grosse Bandbreite von Assoziationen zuzulassen und dem Rest des Teams vorzustellen. Es zeigt sich aber auch, dass eine Methode nur ein Gefäss ist, gefüllt wird es mit und durch andere Elemente.
Aber auch nachdem der erste Ideenfunke entstanden ist, braucht es Soft Skills für die Entwicklung bis zum fertigen Produkt. Kritische Auseinandersetzung ist ebenso von Nöten wie Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz.

Die gute Nachricht ist, ähnlich wie Muskeln, können Kompetenzen trainiert werden. Seit diesem Semester bieten wir daher eine Vorlesung im Rahmen des Masterstudiums Maschinenbau an der ETH an (151-0655-00L Skills for Creativity and Innovation, siehe www.vorlesungsverzeichnis.ethz.ch). Die Vorlesung beinhaltet Bauteile eines 3-4 Tages-Trainings zu notwendigen Soft Skills, ergänzt um wissenschaftliche Hintergründe und aktuelle Forschungsergebnisse.
Wer kreativ sein möchte, muss mehr können als Brainstorming.