Welcome to Delicate template
Header
Just another WordPress site
Header
Just another WordPress site
Header

Wir sind die Besten! Wirklich?

21. Februar 2012 | von Redaktion

Cheftüftlerin, Innovationsmotor, Europameisterin, Brüsseler Balsam! So titeln Zeitungen und Stellungnahmen das Resultat des Innovation Union Scoreboard 2011: Zum vierten Mal in Folge schwingt die Schweiz an vorerster Stelle des im Auftrag der EU-Kommission jährlich erstellten Vergleichs der Innovationsfähigkeit der EU-Staaten und weiterer Länder. Doch was sagen diese Statistiken aus?

Die Schweizer KMU sind führend im Verkauf neuer Produkte und in der Einführung neuer Prozesse. Allerdings werden diese unterdurchschnittlich oft inhouse entwickelt. Dafür scheint die Zusammenarbeit der Privatwirtschaft mit den Hochschulen zu funktionieren: Schweizer Unternehmen publizieren überdurchschnittlich oft zusammen mit Hochschulen. Bravo! Daraus kann man schliessen, dass der Wissens- und Technologietransfer funktioniert. Oder sind wir Meister im Kopieren?

Die Investitionen von Unternehmen in Forschung&Entwicklung sind höher als in allen anderen europäischen Staaten. Gemäss Interpharma (Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz) tätigt knapp 40 Prozent davon die Pharmaindustrie. Wie sähe ein Vergleich unter den anderen Branchen aus?

Eine relative Schwäche fördert das IUS im Bereich Finanzierung und Unterstützung zutage: Die öffentlichen Ausgaben für Forschung&Entwicklung liegen knapp unter dem europäischen Schnitt. Die Schweiz überzeugt also einmal mehr durch einen haushälterischen Umgang mit den Staatfinanzen. Sollten wir hier mehr Geld in die Hand nehmen?

Und was ist mit den ewigen Lamentos, es sei viel zu wenig Venture Capital vorhanden? Davon haben wir, proportional zum BIP, immerhin etwas mehr als der Durchschnitt. Ist „etwas mehr als der Durchschnitt“ für einen Spitzenplatz zu wenig oder kommen die Klagen von erfolglosen Unternehmern, deren Ideen kein Potenzial haben?

Und dann noch das alte Lied: Wir sind führend im Bereich wissenschaftlicher Publikationen und drittplatziert bei den Patentanmeldungen. Aber: Die in der Schweiz überdurchschnittlich vertretene Pharmaindustrie ist patentintensiv und drückt diese Zahl in die Höhe. Und dass mit Publikationen und Patenten noch keine Innovation gemacht ist, muss man hier eigentlich nicht wiederholen. Wie sieht es in der Praxis aus mit der Realisierung von Innovation aus Forschungsresultaten und Erfindungen?